BKH St. Johann i.T.: zweitbestes Ergebnis in Tirol trotz leichtem Minus im Jahresergebnis 2019

Coronabedingt um einen Monat verschoben wurde die Jahresversammlung des Gemeindeverbandes Bezirkskrankenhaus (BKH) St. Johann in Tirol. Verbandsobmann Paul Sieberer und Verwaltungsdirektor Thomas Pollak konnten bei der erstmals im neuen Medicubus abgehaltenen Verbandsversammlung am 29. Mai trotz eines Minus vor dem Jahresergebnis eine dennoch erfreuliche Bilanz vorlegen.

Investitionen in die Zukunft
“Insgesamt sind wir sehr zufrieden, in allen Abteilungen wird hervorragende, engagierte Arbeit geleistet”, spart VO Sieberer nicht mit Lob für die Mitarbeiter des BKH. “Das Minus ist zwar schade, hängt aber nicht mit strukturellen Problemen, sondern mit kurzfristigen Umständen zusammen – aber unter dem Strich und im tirolweiten Vergleich, auch über die letzten Jahre, stehen wir mit unserem Haus sehr gut da und sind für die Zukunft gut gerüstet”, ist der Verbandsobmann überzeugt. Weitere Investitionen in die Zukunft stehen an: Der Neubau des Verwaltungsgebäudes ist bereits im Gange, mit dessen Fertigstellung wird künftig Platz für eine lang fällige Erweiterung der Physiotherapie und der Küche geschaffen.

Nach Jahren wieder geringer Abgang
Wermutstropfen in der guten Bilanz: das BKH rutschte im Vorjahr in die roten Zahlen und musste 2019 erstmals seit Jahren wieder einen Betriebsabgang (in der Höhe von rund 1,58 Mio. Euro) hinnehmen. Allerdings kam dieser Abgang nicht überraschend und war daher bereits budgetiert: durch die Sanierung der OP-Säle im Sommer war eine Reduktion der OP-Tätigkeit und damit ein Minus bei den Einnahmen eingeplant, die Ende 2020 anstehende Zusammenlegung von Orthopädie und Unfallabteilung brachte schon 2019 einige strukturelle und personelle Änderungen und damit geringere OP-Tätigkeit. Der besonders schneereiche Winter 2018/19 mit weniger Wintersportunfällen – an sich ja sehr positiv – bescherte dem Haus zusätzlich eine etwas geringere Auslastung als in “normalen” Wintern. Geringfügige Mehrbelastungen gab es zudem durch den Bau des Medicubus, der seit Herbst letzten Jahres in Betrieb ist und seither die erste Klasse der Pflegeschule/Standort St. Johann beherbergt.

Ein Blick auf die Zahlen
Der längerfristige Trend – weg von stationären Aufenthalten hin zu ambulanten und tagesklinischen Behandlungen – setzte sich auch im Vorjahr fort. Wie schon in den Jahren zuvor ging die Zahl an stationären Patienten zurück: 2019 waren es 15.980 Personen, die am BKH stationär aufgenommen wurden, ein Rückgang von fast 10% gegenüber 2018 – die Zahl an ambulanten Patienten verringerte sich hingegen nur geringfügig: von 72.094 auf 70.505 (minus 2,2%), die Gesamtzahl an Operationen verringerte sich von 6.409 auf 6.021 Eingriffe. Leicht zurückgegangen ist die Zahl der Geburten (von 698 auf 663), leicht erhöht hat sich hingegen die Zahl an Beschäftigen, die mit 711 Personen erstmals die 700er-Marke übersprang. Das Bezirkskrankenhaus ist damit der zweitgrößte Arbeitgeber im Bezirk Kitzbühel.

Das Betriebsergebnis 2019 weist Einnahmen von 61,89 Mio. Euro und Ausgaben in Höhe von 63,46 Mio. Euro aus – ergibt einen Betriebsabgang von 1,58 Mio. Euro. Die Jahresrechnung 2019 wurde am 29. Mai bei der Verbandsversammlung des Gemeindeverbandes Bezirkskrankenhaus St. Johann i. T. präsentiert und einstimmig beschlossen.

BKH St. Johann 2019 2018
Vollzeitbeschäftigte (Durchschnitt) 558 547
Beschäftigte (Köpfe) 711 690
Stationäre Patienten 15.980 17.662
Verweildauer 4,4 Tage 4,1 Tage
Ambulante Patienten 70.505 72.094
Ambulante Frequenzen 142.367 144.909
Anzahl Operationen 6.021 6.409
Anzahl Geburten 663 698

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