Diabetes bei Kindern und Jugendlichen und Corona-Virus

Häufig gestellte Fragen dazu von Jugendlichen und Eltern von Kindern mit Diabetes mellitus Typ I

Gehöre ich bzw. gehört mein Kind zur Risikogruppe für schwere Verläufe der Corona-Viruserkrankung?
JA und NEIN.
NEIN, weil Kinder und Jugendliche mit gut eingestelltem Diabetes mellitus keine Vorschäden den Blutgefäßen und inneren Organen aufweisen. Eine gute Blutzuckereinstellung, also das Erreichen Deines bzw. Ihres Kindes Therapieziels, welches mit den betreuenden Ärztinnen und Ärzten der Diabetesambulanz vereinbart wurde, ist hilfreich in der Vermeidung von Komplikationen. Bisher wurde aus China und Italien nicht von Typ-I-Diabetikern unter 25 Jahren von Coronavirus-Erkrankten berichtet, die eine stationäre Behandlung im Krankenhaus benötigten. Laut dieser Berichte sind Kinder und Jugendlichen nicht in verstärktem Maß von der Coronavirus-Pandemie betroffen.

JA, weil es bei Menschen mit Diabetes mellitus Typ I nach jahrelang schlechter Stoffwechsel-Einstellung eher zu schwereren Verläufen der Coronavirus-Erkrankung kommen kann. Insbesondere in mittlerem und höherem Lebensalter Alter, falls bereits Begleit- und Folgeerkrankungen am Herzen, Gefäßen oder Nieren vorliegen.

Falls Ich an Covid-19 erkranke bzw. mein Kind erkrankt, besteht ein erhöhtes Risiko für diabetische Ketoazidose?
JA, wie bei anderen Virusinfektionen, können die Blutzuckerwerte auch in diesem Fall wesentlich höher verlaufen. Die Kinder brauchen mehr Insulin, häufigere Blutzuckerkontrollen sind notwendig. Mit diesen Maßnahmen kann eine Stoffwechselentgleisung mit diabetischer Ketoazidose meist verhindert werden.

Soll ich bzw. mein Kind derzeit wirklich möglichst alle vermeidbaren sozialen Kontakte meiden?
JA, es gelten die gleichen Empfehlungen und natürlich auch die derzeitigen behördlichen Auflagen wie für alle anderen Menschen, einschließlich der Verkehrs- und Kontaktbeschränkungen. Kinder und Jugendlich profitieren in besonderem Ausmaß von einer Reduktion des Infektionsrisikos

Sollen die Eltern von Typ I Diabetikern lieber von zuhause arbeiten, wenn möglich?
JA, denn auch hier gilt dasselbe bezüglich sozialer Kontakte und Tätigkeiten. Infektionsvermeidung ist am besten durch soziale Distanz bzw. Abstand halten zu erreichen.

Wie schaut es mit der Insulinversorgung aus? Gibt es genug in den nächsten Monaten?
JA. In sozialen Netzwerken zirkulierten zuletzt Meldungen, dass es in Apotheken zu Engpässen bei Medikamenten - unter anderem auch Insulinen – komme. Das hat offenbar zu unnötigen Vorratskäufen geführt. Es wurde bereits eine erhöhte Nachfrage registriert. Nach Rücksprachemit den Herstellern und Lieferanten von Insulin-Präparaten versichern wir, dass es derzeit keinen Lieferengpass gibt. Wir empfehlen und bitten dringend, wie bisher nur den üblichen persönlichen Insulinbedarf rechtzeitig zu beziehen.

Wie werde ich bzw. werden wir als Eltern derzeit vom Team der Diabetesambulanz unterstützt?
Wie bisher erfolgte die Begleitung mittels flexibler telefonischer Beratung. Diese wird, wenn nötig, intensiviert.
Mittels moderner Telekommunikationstechniken (Telemedizin) kann die Kommunikation und die Betreuung der Patienten und Familien auf einem hohen Niveau gehalten werden. So können auch die wenigstens alle sechs Monate üblichen „großen Kontrollen“ in unserer Ambulanz als Video-Ambulanz von zuhause erledigt werden. Unnötige Besuche im Krankenhaus mit dem damit einhergehenden Risiko einer Coronavirus-Infektion werden damit vermieden.

Khsj 05.04.2020

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