Ein langjähriger Wunsch wird Wirklichkeit: Baubeginn für die Pflegeschule in St. Johann i.T.

Ein lang gehegter Wunsch des Bezirkskrankenhausverbandes St. Johann i.T. wird jetzt Wirklichkeit: der Bau einer eigenen Pflegeschule. Mit dem neuen Schulstandort in St. Johann wird nun auch im Bezirk Kitzbühel eine hochwertige Ausbildung für Pflegeberufe geschaffen. Mit der bereits bestehenden Schule in Kufstein entsteht nun die gemeinsame „Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Kufstein – St. Johann“. Ein Vorzeigeprojekt für Kooperation im Gesundheitswesen.

Der Spatenstich am 11. Dezember ist der offizielle Start zum Bau der neuen Schule am Standort direkt am BKH St. Johann. Fertigstellung ist im Herbst 2019, die Gesamtkosten für den Neubau betragen rund 4,9 Mio. Euro.

Die erste dreijährige Diplomausbildung in St. Johann beginnt im Oktober 2019. Die Ausbildungen zur Pflegeassistenz und zur Pflegefachassistenz beginnen im Jänner 2020. Anmeldungen sind ab sofort über die Homepage der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Kufstein - St. Johann möglich.

Bezirksübergreifende Kooperation sichert Pflegeausbildung im Unterland

„Durch einen Kooperationsvertrag wird es den Gemeindeverbänden BKH Kufstein und BKH St. Johann ermöglicht, Pflegeschulen an zwei verschiedenen Standorten anzubieten. Sowohl in Kufstein als auch in St. Johann können künftig Ausbildungen für Pflegeberufe wohnortnah absolviert werden, um den zukünftigen Bedarf an Pflegekräften in der Region vor Ort bestmöglich abdecken zu können. Wir haben uns intensiv um die Verwirklichung dieses Projektes bemüht und können nun jungen Menschen eine zusätzliche Ausbildungseinrichtung auf hohem Niveau in der Region anbieten“, betont Pflegelandesrat Bernhard Tilg.

Bildungslandesrätin Beate Palfrader freut sich, dass jetzt diese “neue Ausbildungsschiene” in St. Johann ermöglicht wird. “Ich weiß, dass sehr lange gekämpft wurde für eine eigene Pflegeschule im Bezirk, für mich war das schon lange, ein ganz, ganz wichtiges Anliegen für den Bezirk Kitzbühel und ich freue mich, dass es jetzt soweit ist.”

Es ist eine gemeinsame Schule an zwei Standorten – mit einem gemeinsamen Ziel: Durch ein bezirksübergreifendes Kooperationsprojekt wird die Pflegeausbildung im Unterland ausgebaut und langfristig gesichert. Ein vorbildliches Projekt für die regionale Gesundheitsversorgung, denn die neue Schule ist ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Krankenhausverbände BKH Kufstein und BKH St. Johann: Die Schule selbst wird als „Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Kufstein – St Johann“ mit künftig zwei Standorten geführt, die bauliche Errichtung und Finanzierung und die Betriebskosten des St. Johanner Standortes werden vom Bezirksverband BKH St. Johann getragen.

Eine Investition in die Ausbildung junger Menschen

In Kufstein besteht bereits seit 1958 eine Pflegeschule. Tausende AbsolventInnen erhielten hier ihre Ausbildung und stellten so die wichtige Versorgung mit Pflegekräften im Unterland sicher. Ab 2019 wird die GuKPS Kufstein mit St. Johann den zweiten Standort für die dann gemeinsame Schule erhalten. Finanziell gehen die beiden Standorte komplett getrennte Wege, organisatorisch bildet die Schule eine Einheit.

Beim Krankenhausverband BKH St. Johann ist man glücklich über den Baubeginn. Verbandsobmann Paul Sieberer: „Wir haben uns für ein sehr gutes Projekt entschieden, jetzt geht es mit viel Elan in die Umsetzungsphase.“ Für Sieberer ist die Krankenpflegeschule „eine Investition in die Bildung junger Menschen und eine Chance, um den zunehmenden Bedarf an ausgebildeten Pflegekräften auch für die Zukunft sicherstellen zu können.“ – Einig ist sich Sieberer mit seinem Kufsteiner Kollegen, Verbandsobmann Rudi Puecher, über den Wert der Kooperation der beiden Verbände: „Wir sind froh, dass wir in enger Zusammenarbeit eine gemeinsame Lösung gefunden haben. Wir können so Doppelgleisigkeiten vermeiden und die vorhandenen Strukturen und Erfahrungen der Kufsteiner Pflegeschule für die gemeinsame Schule nützen.“

St. Johann i.T. ist das Zentrum der medizinischen Versorgung der Region. Um den steigenden Ansprüchen der medizinischen Versorgung gerecht zu werden, wurden in den letzten Jahren große Investitionen in die bauliche Infrastruktur des BKH getätigt. Ein weiterer Schritt ist nun die Errichtung der Pflegeschule, in der künftig nicht nur die Pflegekräfte für das BKH, sondern auch Personal für weitere medizinische und pflegerische Einrichtungen in der Region ausgebildet werden. Die neue Schule soll nicht nur eine Sicherung der medizinischen Versorgung bringen, sondern wird auch jungen Menschen eine zusätzliche Ausbildungseinrichtung auf hohem Niveau in der Region bieten.

Viergeschoßiger Schulbau / Städtebaulich überzeugendes Konzept

Verwirklicht wird mit dem Bau die Planung der Innsbrucker Architekten-Arbeitsgemeinschaft Sabine Penz und Kurt Rumplmayr, die im Rahmen eines Architektenwettbewerbes die Jury überzeugen konnte. Dabei wurde nicht nur der Bau selbst, sondern auch die städtebauliche Einbindung des Baukörpers in die Umgebung und die künftig angedachte Verbindung des Bahnhofsbereiches mit dem Ortszentrum positiv bewertet: Eine breite Zone als grünes Band wird zwischen Neubau und Krankenhaus als Verbindung vom Bahnhof zum Ortszentrum führen.

Der Schulbau ist viergeschoßig ausgeführt. Im Untergeschoß befindet sich der Eingang mit Garderoben, Seminarräumen, IT-Schulungsraum und Simulationszentrum. Die Aula befindet sich im Erdgeschoß (Eingangsebene des BKH) und ist großflächig verglast. Dieser Raum öffnet sich zum Ortszentrum und zum angrenzenden Grünbereich. Hier sind auch die Räume der Administration und Büros untergebracht – In den beiden obersten Ebenen befinden sich der Lehrbereich mit Klassenzimmern, Seminarräumen, dem Nachbau eines Patientenzimmers und die Bibliothek. Der Betrieb des Simulationszentrums erfolgt in Kooperation mit der RK-Bezirksstelle Kitzbühel.