Innsbrucker Architekten-ARGE Penz–Rumplmayr gewinnt Architektenwettbewerb zur neuen Pflegeschule St. Johann i.T.

Starker Kubus: Siegerprojekt für neue Pflegeschule St. Johann überzeugt architektonisch und städtebaulich

Der Wettbewerb ist entschieden: Die Innsbrucker Architekten-Arbeitsgemeinschaft Sabine Penz und Kurt Rumplmayr ging als Sieger des Architektenwettbewerbes zum Bau der neuen Pflegeschule St. Johann i.T. hervor. Das Duo setzte sich mit seinen Planungen gegen acht Mitbewerber aus Tirol und Salzburg durch.

Der langgehegte Wunsch des Bezirks-Krankenhausverbandes St. Johann i.T. nach einer eigenen Pflegeschule im Bezirk Kitzbühel geht nun in Erfüllung. Mit dem Abschluss des Architektenwettbewerbes startet der Neubau jetzt in die Umsetzung.

Wie berichtet: die Pflegeschule St. Johann i.T. ist ein bezirksübergreifendes Kooperationsprojekt der BKH-Verbände Kufstein und St. Johann. Die Schule selbst wird als „Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Kufstein – St Johann“ mit künftig zwei Standorten unter der Leitung des Kufsteiner Pflegeschuldirektors Andreas Biechl geführt, die gesamte bauliche Errichtung und Finanzierung sowie die Betriebskosten des St. Johanner Standortes werden vom Bezirksverband St. Johann getragen.

Mittels Architektenwettbewerb wurde von einer Jury unter Vorsitz von Arch. DI Georg Pendl das Siegerprojekt ermittelt, das die Vorgaben des Auftraggebers, des Gemeindeverbandes BKH St. Johann in Tirol, am besten umsetzen konnte. Ziel des Wettbewerbes war es, nicht nur eine baulich hervorragende Lösung für den neuen Schulbau selbst zu finden, sondern auch, die städtebaulichen Gegebenheiten bzw. die ortsplanerischen Vorgaben der Standortgemeinde zu berücksichtigen. BKH-Verbandsobmann Paul Sieberer: “Es waren allesamt sehr gute Projekte, die Architekten haben sich sehr bemüht, das Raumprogramm zu erfüllen. Und wir freuen uns, dass wir ein einstimmiges Siegerprojekt präsentieren können.” Als besonders gelungen sieht Arch. Bruno Schwamberger, Verfahrensorganisator des Wettbewerbes, “die Betonung des Freiraums, den kompakten Baukörper, dadurch die hohe Wirtschaftlichkeit und die schöne Platzbildung” des Gesamtprojektes.

VIERGESCHOSSIGER SCHULBAU

Der Schulbau ist ein gerader, schnörkelloser Kubus und viergeschoßig ausgeführt. Im Erdgeschoß befindet sich der Eingang mit Garderoben, Seminarräumen, Medical School, IT-Schulungsraum und Simulationszentrum, das im hinteren Bereich in den Hang gebaut wird. Die Aula befindet sich im ersten Obergeschoß und ist als „halböffentlicher Raum“ rundum verglast – dieser Raum öffnet sich zum Ortszentrum und zum angrenzenden Grünbereich. Hier befinden sich auch die Räume der Administration und die Büros der Medical School. – In den beiden darüberliegenden Geschoßen befindet sich der eigentliche Lehrbereich der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege mit Klassenzimmern, Seminarräumen, Patientenzimmern und Bibliothek. Ein besonderes Highlight: im obersten Bereich befindet sich eine Terrasse – hier ist sogar Unterricht im Freien möglich – mit Blick auf den Ort und das Kaisergebirge.

GRÜNRAUM ALS VERBINDUNG IN DEN ORT

Die Planungen von Penz/Rumplmayr nehmen auf den St. Johanner „Masterplan 2013“ Bedacht, der eine Verbindung des Bahnhofsbereiches mit dem Ortszentrum vorsieht, und versuchten, diese Überlegungen in das Gesamtkonzept einzubeziehen. Standortbürgermeister Stefan Seiwald war der Masterplan als Leitlinie für St. Johann besonders wichtig, “ich freue mich, dass dieses Anliegen von der Jury auch entsprechend berücksichtigt wurde.”

„Das (...) Konzept versucht diese städtebaulichen Überlegungen in einem hohen Maße umzusetzen – ein kompakter viergeschoßiger Baukörper wird am nordöstlichen Teil des Bauplatzes so situiert, dass einerseits der Grünraum vor dem Krankenhaus möglichst frei bleibt. Das nordwestliche Grundstück soll einer zukünftigen Erweiterung für das Krankenhaus zur Verfügung stehen. Eine breite Zone als grünes Band führt zwischen Neubau und Krankenhaus als Verbindung vom Bahnhof zum Ortszentrum.“, so die Planer in ihrer Konzeptbeschreibung. “Der Freiraum war uns wichtig, aber auch, die Nähe zum Bahnhof als attraktiven städtischen Bereich zu gestalten.” Durch die viergeschoßige Bauweise (“ist uns hier gut möglich erschienen”) konnte man viel Freifläche belassen – einen “geringen Fußabdruck” setzen.

ERSTES SCHULJAHR 2019/2020

Geplanter Baubeginn für die neue Schule ist das Frühjahr 2018, im Herbst 2019 sollen die ersten SchülerInnen der neue Standortschule ihre Klassen beziehen. – Bis zu 75 SchülerInnen können ab 2019 in St. Johann ihre Ausbildungen zur Pflegefachassistenz (zweijährig) und zur Pflegeassistenz (einjährig) erhalten. Diese beiden Ausbildungszweige (und weitere Ausbildungsangebote) werden natürlich auch nach der Eröffnung der Schule in St. Johann wie bisher auch am Standort Kufstein angeboten.

Die neue Gesundheits- und Krankenpflegeschule Kufstein – St. Johann i.T. Standort St. Johann i.T. (ab 2019)

Leitung: Mag. Andreas Biechl
Stellvertretung: n .n.
Baubeginn: 2018
Betriebsbeginn: Schuljahr 2019/2020
Ausbildungszweige (vorläufig): Pflegefachassistenz, Pflegeassistenz
Klassen (geplant): 3
SchülerInnenzahl: ca. 75
Weitere Ausbildungen (nicht jährlich angeboten): Praxisanleiter, Gipsassistenz, Sonderausbildung für psychiatrische Pflegekräfte