Unfallprimar Dr. Robert Kadletz in den Ruhestand verabschiedet

Unfallprimar Dr. Robert Kadletz in den Ruhestand verabschiedet

Primarius Dr. Robert Kadletz, langjähriger Vorstand der Unfallabteilung am BKH, verabschiedete sich am 30. November in den Ruhestand.

Eine weitere Ära ging mit Ende des Monats am Bezirkskrankenhaus St. Johann i.T. zu Ende: Primarius Dr. Robert Kadletz, langjähriger Vorstand der Unfallabteilung am BKH, verabschiedete sich am 30. November in den Ruhestand. Sein Abschied bedeutet auch das Ende einer eigenständigen Unfallabteilung, die nun Teil der gemeinsamen Abteilung „Orthopädie und Traumatologie“ am BKH ist.

Über 27 Jahre leitete Prim. Robert Kadletz die Unfallabteilung – und war seit dem Ausscheiden von Prim. Robert Siorpaes zu Jahresbeginn der längstdienende Abteilungsleiter am BKH. Kadletz wurde in Hall in Tirol geboren, absolvierte sein Medizinstudium an der Universität Innsbruck und seine Facharztausbildung für Unfallchirurgie an der Universitätsklinik Innsbruck. 1992 kam er als leitender Facharzt an das BKH St. Johann, am 1. Juni 1993 übernahm Kadletz die damals neu geschaffene Unfallabteilung am BKH.

Vor allen der Aufbau einer völlig neuen Abteilung war für ihn trotz anderer interessanter Angebote die größte Motivation, nach St. Johann zu gehen. Bereits zum Start verfügte die Abteilung über 36 Betten und wurde über die Jahre sukzessive ausgebaut (2020: 47 – saisonal bis zu 60). Kadletz ist ein “Unfallchirurg mit Leib und Seele”, der seinen Beruf mit seinen vielfältigen Herausforderungen immer geliebt hat: “die Abwechslung, das handwerkliche Arbeiten, viel Improvisation, das macht die Unfallchirurgie so interessant”. Mit den Jahren haben sich die Schwerpunkte gewandelt: “Verkehrsunfälle, vor allem auch Motorradunfälle, und Arbeitsunfälle sind deutlich zurückgegangen, Sportverletzungen, aber auch die Behandlung von chronischen Sportschäden und Spätfolgen wurden immer mehr zu einem Schwerpunkt unserer Tätigkeit.” Kein Zufall, in einer der wintersportstärksten Regionen Österreichs. Was sich noch geändert hat ist die flächendeckende Versorgung mit Notarzthubschraubern: “Schwerstverletzte werden mittlerweile gleich in Schwerpunktzentren geflogen – und das ist auch gut so.”

Jetzt, mit der Zusammenlegung von Unfallchirurgie und Orthopädie “stehe ich sozusagen unter Artenschutz, als der letzte seiner Art!”, lacht der beliebte Mediziner, der aber die Zusammenlegung als logischen Schritt sieht: “unsere Aufgaben überschneiden sich ja in weiten Bereichen, international ist die Trennung der Fächer ohnehin nicht üblich.”

Zum Abschied wird es kein “tiefes Loch” geben, in das er zu fallen drohe, so Kadletz, “ich freue mich auf mehr Zeit mit der Familie und für meine Hobbies – und wenn ich gebraucht werde, helfe ich auch künftig noch gerne im Krankenhaus aus.”

Coronabedingt sind keine größeren Abschiedsfeiern möglich – im Rahmen der Verbandssitzung am 9. Dezember wird Prim. Kadletz offiziell in den Ruhestand verabschiedet, an seinem letzten Arbeitstag sagten auch Verbandsobmann Paul Sieberer und der Ärztliche Direktor Prim. Norbert Kaiser für die langjährige gute Zusammenarbeit danke!

Die Nachfolgefrage wurde bereits frühzeitig geklärt: Die beiden bisher eigenständigen Abteilungen Unfallchirurgie und Orthopädie werden nun nach der Vorgabe des Tiroler Krankenanstaltengesetzes zu einer gemeinsamen Abteilung „Orthopädie und Traumatologie“ zusammengeführt. Prim. Dr. Alexander Brunner ist ab 1. Dezember 2020 Chef der neuen mit 86 stationären Betten und 24 Ärzten nun zweitgrößten orthopädisch-traumatologischen Abteilung Tirols.

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