Welt-Frühchen-Tag (17. Nov) wurde im BKH St. Johann i.T. gefeiert

Der Tag der kleinen Kämpfer: Feier für alle ehemaligen Frühchen am BKH St. Johann in Tirol

Es ist ein Feiertag für die kleinen Kämpfer: Der 17. November ist der Welt-Frühchen-Tag. Zum zweiten Mal beteiligte sich das Bezirkskrankenhaus St. Johann in Tirol an den weltweit durchgeführten Aktionen zu diesem Tag, bei dem die „Frühchen“ dieser Welt im Mittelpunkt stehen.

Die ehemaligen Frühchen des BKH St. Johann hatten bei einer kleinen Feier zum Welt-Frühchen-Tag ihren großen Tag: Diesmal waren die ehemaligen Frühchen im Alter von 1 bis 4 Jahren geladen, um gemeinsam mit ihren Eltern und Familien zu feiern.

Die Rote Nasen Clowndoctors verbreiteten wieder gute Laune, ein Mal- und Basteltisch und eine Schminkstation sorgten für Abwechslung und das Team der Kinderabteilung stand für Fragen der Eltern zur Verfügung – und dazu konnten die Kleinen auch einen richtigen Brutkasten bestaunen, in dem sie auch selber einmal die ersten Tage ihres Lebens verbracht hatten. Vor allem aber war es auch ein Tag für die Eltern und Familien, um bei Kaffee und Kuchen andere Frühchen-Familien kennenzulernen, sich auszutauschen oder das Kinderstations-Team wiederzusehen, mit dem die Frühchen-Eltern oft einen besonders intensiven Kontakt hatten.

Im Rahmen der Frühchen-Feier präsentierte sich auch der Verein “Sternenzauber & Frühchenwunder”, der mit seinen Mitgliedern liebevoll Kleidung und Decken für die Allerkleinsten näht, strickt und häkelt – egal, ob es die Kleinen ins Leben schaffen oder als “Sternenkinder” zu den Sternen ziehen. Michaela Volger aus Saalfelden betreut im Namen des Vereins die Kinderstation am BKH St. Johann und leistet einen wertvollen Beitrag zur Wertschätzung für die Allerkleinsten – gerade für die Eltern sehr wichtig.

Für Kinder-Abteilungsleiter Prim. Univ-Doz. Dr. Franz-Martin Fink ist der Welt-Frühchen-Tag ein Tag, an dem das Thema „Frühgeborene“ ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden kann – denn es ist ein Thema, das viele Eltern betrifft: immerhin jedes 10. Neugeborene kommt zu früh auf die Welt, oft verbunden mit gesundheitlichen Problemen und Risiken. „Dieser Tag ist eine Gelegenheit, Bewusstsein zu schaffen, dass für Frühgeborene Fördermaßnahmen und Rücksichtnahme nötig sind und dass entsprechende Angebote und Ressourcen in der Nähe des Wohnortes wichtig sind.“ All dies bietet das BKH St. Johann gerade auch in der so wichtigen Nachsorge zu früh geborener Kinder.

40 Frühchen werden pro Jahr am BKH St. Johann i.T. geboren

Rund 40 Frühchen pro Jahr kommen im BKH St. Johann i.T. zur Welt – Tendenz steigend. Rund 250 waren es in den letzten sechs Jahren. Ungefähr bei gleich vielen Kindern aus dem Bezirk droht bereits vor der Vollendung von 34 Schwangerschaftswochen die vorzeitige Geburt. Diese Kinder kommen an Perinatalzentren der Universitätskliniken zur Welt und werden an den dortigen Intensiv-Neonatologien behandelt, bis eine Rückverlegung an die Kinderabteilung des BKH St.Johann i.T. möglich ist.

„In St. Johann können Babys ab der vollendeten 34. Schwangerschaftswoche betreut werden“ schildert Maria-Luise Treffer, Pflegebereichsleitung der Kinderstation „die Kleinen erhalten bei uns nicht nur die notwendige medizinische Versorgung, sondern auch die ebenso nötige liebevolle Pflege und Betreuung und wir versuchen natürlich, auch immer für die Eltern da zu sein. Speziell für die Mutter ist ja eine Frühgeburt und die Trennung von ihrem Kleinen eine große Belastung.“

Basisinfos

Eines von zehn Babys weltweit ist ein Frühchen. Das heißt, das Neugeborene kam vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Kein einfacher Start ins Leben, da die Kleinen noch nicht die nötige „Reife“ für ein eigenständiges Leben haben. Somit haben sie natürlich auch einen ganz besonderen Pflegebedarf und benötigen eine spezielle medizinische Versorgung.

Eine normale Schwangerschaft dauert 40 Wochen – aber aus verschiedenen Gründen können die Kleinen auch schon früher zur Welt kommen – je früher, desto aufwändiger ist die Versorgung. So müssen viele Babys, die vor der 37. Woche geboren werden, intensivmedizinisch versorgt werden. Eine Behandlung im Brutkasten, bei der die Kleinen mit aller Sorgfalt auf das eigenständige Leben vorbereitet werden. Für die Eltern ist diese Zeit natürlich sehr belastend, da Mutter und Kind gerade in der ersten Zeit getrennt voneinander sind. Dennoch ist die Prognose für Frühchen heute sehr gut, dank der Fortschritte in der Medizin nehmen die meisten Frühgeburten einen guten Verlauf und nach ein, zwei Jahren haben die Frühchen meist die Defizite der ersten Wochen vollkommen aufgeholt.

Eines von zehn Neugeborenen ist ein Frühchen. Damit sind Frühgeborene die größte Kinderpatientengruppe. Dennoch werden Probleme und Risiken für die weitere Entwicklung dieser Kinder oft nicht in entsprechendem Maß wahrgenommen. Daher wird jährlich am 17. November in ganz Europa, Afrika, Amerika und Australien auf die Belange von Frühgeborenen und ihren Familien aufmerksam gemacht. Der Welt-Frühchen-Tag wurde 2008 von der EFCNI (Europäische Stiftung zur Betreuung Frühgeborener) ins Leben gerufen und wird seither jährlich gefeiert. Als Symbol steht dabei die Söckchenleine. Das kleine lila Sockenpaar - eingerahmt von neun normalgroßen Babysöckchen – symbolisiert, dass weltweit rund jedes zehnte Baby zu früh auf die Welt kommt.